Historie

ein √úberblick √ľber Gr√ľnde f√ľr den Bau, die Nutzung und die geschichtliche Entwicklung der Fruchthalle.

Entstehung und Nutzung der Fruchthalle
Eine leicht vergilbte schwarz-weiß Fotografie der Fruchthalle aus dem 19. Jahrhundert.

Alte Aufnahme der Fruchthalle - © Stadt Kaiserslautern

Der ursprüngliche Bedarf nach einer Markthalle war bereits 1839 von Bürgermeister Adam Weber im Stadtrat geäußert worden: "Beinahe bei allen Fruchtmärkten fänd sich eine solche Halle. Nur in Kaiserslautern, wo der Fruchtmarkt immer mehr an Bedeutung gewinne, und derselbe längst schon zu den Bedeutendsten in der Pfalz gezählt werden könne, werde noch ein Local vermisst, in welches die Früchte bei schlechter Witterung verbracht werden können."
Drei Jahre später wurde noch ein weiterer Bedarf von Bürgermeister Adam Weber im Stadtrat vorgebracht: "Zusätzlich gibt noch ein anderes Bedürfnis in unserer Stadt sich kund. Das Bedürfnis nämlich eines großen Saales für öffentliche Zwecke der verschiedensten Art.

Von Anfang an war der Bau der Fruchthalle mit der Idee einer multiplen Nutzung verbunden - als Markthalle im Erdgeschoss mit einem Saal für Konzerte, wissenschaftliche Konferenzen und festliche Anlässe darüber. Der ursprüngliche Plan August von Voits fand unmittelbare Zustimmung im Stadtrat und wurde umgehend realisiert, sodass im Oktober 1845 der Marktbetrieb im Erdgeschoss der Fruchthalle aufgenommen werden konnte. Der Konzert- und Festsaal im Obergeschoss wurde bis 1846 fertig gestellt. Der Frucht- und Getreidemarkt wurde bis in das Jahr 1910 im Erdgeschoss der Fruchthalle durchgeführt, bis der Markt nach der Einweihung des westpfälzischen Eisenbahnnetzes an Bedeutung verlor. Die Nutzung des darüber liegenden Saales ist seit der Eröffnung der Fruchthalle bis heute kontinuierlich in der ursprünglichen Intention fortgeführt worden.

 

Der gemalte Entwurf von 1846 sieht identisch aus mit der heutigen Fassung der Furchthalle . Das Papier ist mittlerweile leicht vergilbt. © Stadt Kaiserslautern

Entwurf zu der neu zu realisierenden Fruchthalle in Kaiserslautern von 1846 - © Stadt Kaiserslautern

Architektur der Fruchthalle

Dem grandiosen Entwurf des Architekten August von Voit (1801-1870) ist es zu verdanken, dass die Fruchthalle von Anfang an wegen ihrer architektonischen Sch√∂nheit Aufsehen erregte. Von Voit hatte einen Teil seines Architekturstudiums in Italien absolviert. Seine Gestaltung der Fruchthalle Kaiserslautern bezieht sich auf das Vorbild florentinischer Palastarchitektur der Fr√ľhrenaissance, namentlich der Palazzi Medici und Strozzi.
Als die fertigen Pl√§ne von Voits, die er in seiner Funktion als Zivilbauinspektor der k√∂niglichen Baubeh√∂rde angefertigt hatte, am 2.2.1843 K√∂nig Ludwig I. zur Genehmigung vorgelegt wurden, fiel dessen besonderes Augenmerk darauf, wie einem Brief des K√∂nigs an sein Innenministerium vom folgenden Tag zu entnehmen ist: "Genehmigt diesen Antrag. Da√ü aber auch das Geb√§ude genau nach dem Entwurf diesem sch√∂nen ausgef√ľhrten Dach ja nicht h√∂her werde. Wie hei√üt der Baumeister, der ihn gemacht?" K√∂nig Ludwig I. legte am 13.06.1843 pers√∂nlich den Grundstein zum Bau der Fruchthalle. Und zum 01. Juni 1847 berief er August von Voit zum Oberbaurat der k√∂niglichen Baubeh√∂rde nach M√ľnchen.
√úber die gesamte Zeit ihres Bestehens setzt die Fruchthalle einen Ma√üstab f√ľr Architektur in Kaiserslautern. Sie steht unter Denkmalschutz und gilt als der bedeutendste Profanbau der Pfalz. Zuletzt wurde die Instandsetzung des Konzert- und Festsaales der Fruchthalle mit der Stuccolustro-Malerei in einer historisierenden Rekonstruktion von den B√ľrgern der Stadt Kaiserslautern auf Initiative des F√∂rdervereins Fruchthalle e.V. finanziert und 2007 von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gef√∂rdert.

Die Fruchthalle als Schauplatz bedeutender historischer Ereignisse

Von Beginn ihrer Geschichte an wurde die Fruchthalle auf vielf√§ltige Weise und √ľber ihre urspr√ľnglichen Zwecke hinaus genutzt.
So wurde die Fruchthalle z.B. im Kontext der pf√§lzischen Revolution von 1848/1849 als Ort f√ľr Volksversammlungen genutzt.
Am 02.05.1849 wurde in der Fruchthalle von Delegierten der Volksversammlung vom 01.05.1849, zu der 10.000 Menschen sich in Kaiserslautern zusammenfanden, der Landesverteidigungsausschuss mit dem Zweck der Militarisierung der Bevölkerung zum Aufstand gegen die bayerische Regierung gewählt. Und am 17.05.1849 wurde in der Fruchthalle von 28 Kantonalvertretern der Pfalz eine provisorische Regierung der Pfalz gewählt, womit die Loslösung der Pfalz von Bayern besiegelt war.
In Kriegszeiten wurde die Fruchthalle einmal als Lazarett mit Feldbetten best√ľckt, als zentrale Sammelstelle f√ľr Wertstoffe genutzt oder f√ľr politische Machtdemonstrationen der Nationalsozialisten mi√übraucht. Je nach den Erfordernissen der B√ľrger/innen diente sie als Versammlungsst√§tte f√ľr das Volk, wurde mit gigantischen Fest- und Party-Kulissen ausgestattet, in Faschingszeiten mit Volksfesten belebt und besungen. Die Fruchthalle ist im kollektiven Bewusstsein der Kaiserslauterer ein Palast des Volkes, das Zentrum des gesellschaftlichen Lebens in Kaiserslautern. Dar√ľber hinaus geb√ľhrt ihr im Zusammenhang der historischen Ereignisse der pf√§lzischen Revolution der Status eines politischen Orts der Erinnerung in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland.

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Der östliche Eingang der Fruchthalle ist gut an der Fassade zu erkennen. Ein Springbrunnen und Blumenbeet wirken sehr einladend.

Die III. pfälzische Gewerbe und Industrieausstellung in der Fruchthalle im Jahr 1872 © Stadt Kaiserslautern

Die Au√üenansicht der Fruchthalle mit einer Parkanlage und einem mehrst√∂ckigen Pavillon. Zwei Frauen mit langen Kleidern und h√ľten posieren f√ľr das Foto.

Die III. pfälzische Gewerbe und Industrieausstellung in der Fruchthalle im Jahr 1872 © Stadt Kaiserslautern

Eine schwarz-weiß Fotografie der Außenansicht der Fruchthalle. Statt der geteerten Straße von heute, sieht man einen gepflasterten Platz.

Fruchthallstraße im Jahr 1905, rechts die Fruchthalle © Stadt Kaiserslautern

Straßenbahn vor der Fruchthalle, etwa 1930.

Straßenbahn vor der Fruchthalle, etwa 1930. © Stadt Kaiserslautern

Eine schwarz-weiß Fotografie, die den großen Festsaal zeigt. Mehrere Reihen an Lazarettbetten wurden aufgestellt, davor jeweils ein Stuhl. Die festlichen Kronleuchter an der Decke ergeben mit der Lazarettumgebung ein bizarres Bild.

Die Fruchthalle als Lazareth. © Stadt Kaiserslautern

Schwarz-weiß Fotografie des Kriegsdenkmals vor der Fruchthalle

Soldaten der 3. US Armee am 23er Denkmal vor der Fruchthalle. Aufnahmedatum ist der 21.03.1945 © Stadt Kaiserslautern

Schwarz-weiß Fotografie der Ost-West-Achse, im Hintergrund ist die Fruchthalle

50er Jahre: Ost-West-Achse, im Hintergrund die Fruchthalle © Stadt Kaiserslautern

Rechts die Omnibus Haltestelle, links die Fruchthalle. Aufnahme aus dem Jahr 1954.

Rechts die Omnibus Haltestelle, links die Fruchthalle. Aufnahme aus dem Jahr 1954. © Stadt Kaiserslautern

Eine schwarz-weiß Fotografie von einer Auslosung mit Tombola.

Rudi Rosenthal: PS Auslosung © Stadt Kaiserslautern

Der gro√üe Saal wurde als Tanzfl√§che f√ľr Paart√§nze umgestellt. Im Hintergrund ist das Publikum an langen Tischen zu sehen.

Bal pare' in der Fruchthalle © Stadt Kaiserslautern

Eine schwarz-weiß Fotografie aus einer Stadtratssitzung.

Sitzung des Stadtrates im roten Saal der Fruchthalle. Aufnahmedatum ist der 31.05.1961 © Stadt Kaiserslautern

Eine schwarz-weiß Fotografie bei der die Big Band Mitglieder in Uniform spielen. Eine Erzählerin und ein Kind sind im Vordergrund beim Weihnachtsbaum zu sehen.

USAFE Big Band in der Fruchthalle, Weihnachtskonzert im Jahr 1979 © Stadt Kaiserslautern

Eine schwarz-wei√ü Fotografie des gro√üen Saals bei einer Auff√ľhrung.

Konzert des Volksmusikvereins Kaiserslautern in den 50er Jahren © Stadt Kaiserslautern

Eine schwarz-wei√ü Fotografie des gro√üen Saals mit Orchesterauff√ľhrung.

Konzert der Stadt Kaiserslautern in der Fruchthalle © Stadt Kaiserslautern

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Die Hand eines Dirigenten vor einem vergrößerten Notenblatt. © Stadt Kaiserslautern

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Ein klassisches Streichorchester auf der B√ľhne. ¬© Stadt Kaiserslautern

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Der rote Saal leuchtet in warmen, hellen Farben, wenn das Licht durch die Fenster hineinscheint. Spiegel erweitern den Raum in der Gr√∂√üe und erm√∂glichen K√ľnstlern sich selbst bei ihrer Performance zu sehen. ¬© Stadt Kaiserslautern

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